von Silke Schumacher und Thies Stahl

Wie kann es sein, dass die ganzen Kirchenmenschen — die Ottensener Pastor:innen Howaldt, Lemme und damals Fenner, deren Propst, Herr Bräsen, deren Bischöfin, Frau Fehrs, und deren oberste Nordkirchen-Chefin, Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt, sowie die sich im moralischen „Schweige-Retreat“ befindlichen Mitglieder des Rates und der Synode der EKD — seit über sechs Jahre wissen, dass 1986 eine Konfirmandin von einem Pastor geschwängert wurde und es keine und keiner von ihnen gewagt hat, öffentlich oder die Betreffende zu fragen, was aus dieser Schwangerschaft und dem Kind geworden ist?

Diese Frage stellt sich mir, Thies Stahl, schon länger: Sind die Kirchenfrauen und -männer, als Folge ihres lauten Schweigens, ihres Dauer-Tabuisierens und ihrer irregeleiteten, das Wohl und Ansehen ihrer Kirche und deren Hierarch:innen über alles stellenden Loyalität mittlerweile so abgestumpft, dass sie gänzlich gottlos geworden sind? Von Gott verlassen, wie die von ihren Leitend:innen erfolgreich geschützten Täter?

veröffentlicht von Thies Stahl am 20.07.2024, korrigiert und ergänzt am 30.03.2026

Hallo, Herr Bräsen,

wir kennen uns seit dem Dezember 2014. Am 05.12.2016 habe ich Ihnen am Rande einer Veranstaltung in der Hamburger Fabrik meine Lebensgefährtin vorgestellt, heute die Petentin des von Bischöfin Fehrs „gegen die Wand gefahrenen“ ULK-Missbrauchsaufarbeitungsprozesses.

Wir haben an dem Abend in der Fabrik lange geredet. Die Petentin und ich erzählten Ihnen von ihren im DVNLP unterdrückten Missbrauchsbeschwerden1 und auch von den Attacken dieses Verbrecherverbandes gegen sie und mich, der ich ihr