EKD-Ratsvorsitzende Fehrs spaltet die Betroffenengruppe.

EKD-Ratsvorsitzende Fehrs spaltet die Betroffenengruppe.

“Künftig müssen wir mit Verfahren, in denen es um sexualisierte Gewalt geht, deutlich schneller und transparenter umgehen”, sagte die Hamburger Bischöfin Fehrs dem Evangelischen Pressedienst.1. Ihrer Vorgängerin Kurschus war vorgeworfen worden, mit einem Missbrauchsverdacht gegen einen Mann aus ihrem früheren Arbeitsumfeld nicht ausreichend transparent umgegangen zu sein.

Nun ist allerdings, wie ich zeigen werde, Bischöfin Fehrs vermutlich die „Intransparenz-Queen“ der EKD. Sowohl in Bezug auf ihre vielen Intransparenz-Verfehlungen in ihrem Hamburger ULK-Verfahren, mit denen sie ihrer Petentin und derem Unterstützer, mir, einigen Schaden zugefügt hat, als auch in Bezug auf die Weise, wie sie diese für sie sehr spezielle Betroffene kategorisch von der Gruppe ihrer bevorzugten Betroffenen2 isolierte und ausschloss.

Im Moment ist die Spaltung in der EKD-Betroffenengruppe wohl noch nicht so deutlich erkennbar. Aber der Betroffenenvertreter Detlev Zander hat den Kontakt zu der Hamburger ULK-Betroffenen von Bischöfin Fehrs abrupt und ohne Begründung abgebrochen – nachdem diese ihre Kritik an Bischöfin Fehrs als der ULK-Leiterin geäußert und Bischöfin Fehrs dazu etwas, vermutlich maximal intransparent, erwidert hatte. Mit dieser Entscheidung folgt Detlev Zander seiner „Brot- und Dienstherrin“ Fehrs, welche ihre Hamburger Petentin ja auch exkommuniziert und, ebenfalls ohne jede Begründung, ohne „Bulle“, verbannt hat.

Da aber die Sprecherin der Betroffenenvertretung, Nancy Janz, in ihrer Mail vom 17.05.2023 hat durchblicken lassen, dass sie die Kritikpunkte am Vorgehen von Bischöfin Fehrs im Wesentlichen nachvollziehen kann, ist es vermutlich absehbar, dass sich die Betroffenenvertreter*innen, je mehr sie sich über das Hamburger Vorgehen ihrer BeFo-Kollegin Fehrs austauschen, auch weiter aufspalten werden in ihrer Bereitschaft, Bischöfin Fehrs blindes Vertrauen entgegenzubringen.

Vom Vorhandensein von für die gemeinsame Arbeit „guten“ und „weniger guten, bzw. schlechten“ Betroffener*innen auszugehen, und letztere auszugrenzen, ruiniert jede Betroffenenpartizipation, ganz ohne weiteren Aufwand. Das Beteiligungsmodell der EKD ist damit also in gefährliches Fahrwasser geraten.

Die Großen Intransparenz-Aktionen der Ratsvorsitzenden Bischöfin Fehrs

Zu zwei Gelegenheiten haben die Petentin und ich Bischöfin Fehrs, die Betroffenenvertretung3 und das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt4 mit einer Kritik an ihrem Hamburger Vorgehen und dessen Vertuschung konfrontiert. Beide Male wählte Bischöfin Fehrs als taktisches Amtsvorgehen einen „Intransparenz-Booster“.

Grundlage #1: Erster Kritischer Bericht der Petentin an das Beteiligungsforum

Am 16.11.2022 schrieb die Petentin an die Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt:

Betreff: an die Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt

Liebe Betroffene im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt, Nancy Janz, Karin Krapp, Christiane Lange, Sophie Luise, Elsa Manuela Nicklas-Beck, Matthias Schwarz und Detlev Zander,

meine Name ist … . Ich bin Auch-Betroffene, Petentin der von Bischöfin Fehrs in Hamburg geleiteten Unterstützungsleistungskommission (ULK).

Nach einem sehr guten ersten Gespräch am 16.12.2019 mit Bischöfin Fehrs und den Kommissionsmitgliedern stellte sich am Ende diese Gespräches heraus, dass ein Pastor, Pastor R., den ich gerne als noch lebenden Zeugen des 1986 Missbrauchskontextes in der Philippus-Gemeinde Hamburg-Horn, in der ich als Konfirmandin und davor schon als Kind missbraucht wurde, im Aufarbeitungsprozess mit Frau Fehrs und der Kommission dabei gehabt hätte, ein persönlicher Freund von Frau Fehrs ist.

Bischöfin Fehrs hat seit diesem Treffen im Dezember 2019 auf keinen Kommunikationsversuch von mir geantwortet. Die Kommunikation mit mir hat sie auf menschlich und professionell äußerst fragwürdige Weise zuerst an den ULK-Geschäftsführer und dann an dessen Vorgesetzte, Frau Dr. Arns, delegiert. Beide kommunizieren sachfremd und traumaunsensibel, mit deutlich erkennbarer Absicht, den Aufarbeitungsprozess mit mir versanden zu lassen, mit Elementen des Gaslighing, der Zersetzung und der Sekundären Viktimisierung.

Mein Aufarbeitungsprozess mit der ULK bleibt ausgesetzt, bis ich mich bereit erkläre, über die Beziehung zu sprechen, die meine Schwester, damals sechszehnjährig, mit Pastor R. hatte, und eine Freundin, damals auch Konfirmandin, zu denunzieren. Keiner der Verantwortlichen hat mit mir über meine guten Gründe gesprochen, mich nicht als „inoffizielle Mitarbeiterin“ der kircheninternen Ermittlung gegen Pastor R. missbrauchen zu lassen.

Meine Beschwerden gegen dieses Vorgehen von Bischöfin Fehrs wurden von den leitenden Kirchenpersonen auf unsinnige, nachweisliche Irrwege geschickt. Bis heute gibt es, obwohl sie formell korrekt eingereicht wurden, keine entsprechende Eingangsbestätigung, weder von den disziplinarischen noch den geistlich Vorgeordneten von Bischöfin Fehrs. Pastor R. wird von Bischöfin Fehrs und den mit ihr daran zusammenarbeitenden Leitenden in der Kirche gedeckt und versteckt.

Mit Unterstützung meines Mannes, Thies Stahl, er Psychologe und ich Sozialpädagogin, haben wir den hochgradig unprofessionellen und menschlich fragwürdigen Umgang von Bischöfin Fehrs mit ihrer von ihr bis heute nicht erklärten Befangenheit und das aberwitzig konzeptlose Agieren der kirchlichen Entscheider in einer umfangreichen Dokumentation beschrieben.

Wir, Herr Stahl und ich, würden uns freuen, wenn jemand von euch, der oder die dazu die Zeit aufbringen kann und will, sich bei uns meldet. Ein Austausch unter Betroffenen wäre schön – bevor dieser dann zusammen mit den Beaufragten stattfindet, die wir einladen werden, sich mit eigenen Beträgen an unserer Dokumention zu beteiligen.

Mit freundlichen Grüßen, … [die Petentin]

1. Antwort von Nancy Janz an die Petentin

Am 22.11.2022 schrieb Nancy Janz an die Petentin:

Betreff: AW: an die Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt

Guten Tag Frau … [Petentin],

vielen Dank für Ihre Email. Ich bin beauftragt im Namen aller Betroffenenvertreter*innen des Beteiligungsforums zu antworten.

Leider werde ich Ihnen keine befriedigende Antwort geben können, versuche es dennoch. Wir können keine Einzelfallberatungen machen, da wir zu Wenige sind, mit vielen Arbeitsaufträgen. Dennoch wollen wir Ihnen gern behilflich sein, wenn es konkrete Fragen gibt. Derzeit hat niemand die Möglichkeit für einen längeren Austausch. Bitte schicken Sie uns gern direkt Fragen oder wenn Sie das möchten, würden wir Ihre Situation gern mit aufnehmen, in die vielen unterschiedlichen Emails, die uns erreichen, um konkrete Fälle vorweisen zu können, wenn wir in bestimmten Punkten mit der EKD diskutieren und Verbesserungen anstreben. Wenn Sie etwas Schriftliches haben, was Sie uns zur Verfügung stellen könnten, wären wir sehr dankbar.

Ich freue mich auf eine Rückmeldung und hoffe Ihnen bei konkreten Fragen dann helfen zu können. Wenden Sie sich gern direkt an mich, mit den unten angegebenen Daten.

Viele Grüße, Nancy Janz

„…gern behilflich sein, wenn es konkrete Fragen gibt. Derzeit hat niemand die Möglichkeit für einen längeren Austausch.“ Dass es um eine ernsthafte Kritik an der Missbrauchsaufarbeitung einer hochgestellten, für dieses Thema sei Jahrzehnten stehenden Person des Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt geht, wird von den Betroffenen, zumindest von ihrer Sprecherin in dieser Mail, anscheinend komplett ausgeblendet: „Bitte schicken Sie uns gern direkt Fragen oder wenn Sie das möchten, würden wir Ihre Situation gern mit aufnehmen, in die vielen unterschiedlichen Emails, die uns erreichen, um konkrete Fälle vorweisen zu können, wenn wir in bestimmten Punkten mit der EKD diskutieren und Verbesserungen anstreben.“

2. Antwort von Nancy Janz an die Petentin

Am 17.05.2023 schrieb Nancy Janz an die Petentin, mich und Detlev Zander:

AW: “Causa Fehrs”

Guten Tag Frau … [Petentin] und guten Tag, Herr Stahl,

vielen Dank für Ihre Email, gern melde ich mich zurück mit einer sehr ehrlichen Antwort. Wie Sie sicherlich wissen, bin ich als selbst betroffene Person im Beteiligungsforum tätig und übernehme keine Beratungen etc. Ich muss gestehen, dass Ihr Fall sehr komplex ist und schon viele Menschen darin involviert sind. Ich kann leider nicht sehen, wie ich persönlich hilfreich sein kann. Ihre Erfahrungen sind furchtbar und es tut mir leid. Ich weiß auch, dass das sicherlich nicht hilfreich ist, dennoch möchte ich mein Mitgefühl aussprechen. Aus Ihren Informationen nehme ich mir als Arbeitstitel für die Arbeit im Beteiligungsforum gern die Themen: Kommunikation, Kontakte untereinander und Freundschaften in Täterkreisen und Klarheit in Strukturen, Arbeitsweisen und Transparenz, mit.

Sehr gern möchte ich auf der strukturellen Ebene daran arbeiten, dass dies besser wird, denn tatsächlich arbeite ich im Beteiligungsforum vor allem auf der strukturellen Ebene.

Ich möchte ungern Ihrerseits in eine Richtung gesetzt werden, die vorwürft, ich würde von der Institut oder gar von Frau Fehrs vereinnahmt oder beeinflusst werden. Mein Standpunkt als Betroffene ist klar. Ich arbeite mit der EKD zusammen, um für Betroffene bessere Strukturen zu schaffen. Hilfreich sind dafür u.a. Ihre Rückmeldungen. Vielen Dank dafür.

Ihr Fall ist für mich so komplex, dass ich schlichtweg keine Kapazitäten und Fachkenntnis habe, um Sie zu unterstützen, das tut mir leid, ist an dieser Stelle dennoch ehrlich.

Ich hoffe Sie können meine Antwort so nehmen und schicke viele Grüße, Nancy Janz, Betroffenensprecherin, Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt Evangelische Kirche Deutschland (EKD)

Was hat Bischöfin Fehrs dem BeFo eigentlich zu der Kritik der Petentin und mir an ihrer Arbeit gesagt – was dann unmittelbar dazu geführt hat, dass Detlef Zander, und sogar auch die kirchenferner auftretende Katharina Kracht die Petentin und mich blockiert und auf nichts von uns mehr geantwortet haben? Was immer es war, es war mit Sicherheit kein vorbildliches Vorgehen in Sachen Transparenz. “Ich muss gestehen, dass Ihr Fall sehr komplex ist und schon viele Menschen darin involviert sind.“ Hat Bischöfin Fehrs dem BeFo das erzählt? Es ist ja auch nicht der Fall von Nancy Janz, sondern ein aktuell anhängiger Fall von deren kirchlich beauftragten, bischöflichen BeFo-Kollegin Bischöfin Fehrs, der Leiterin der Hamburger ULK. Dieser Fall ist keineswegs komplex. Er ist eher „unterkomplex“, besteht er doch nur aus der Leugnung ihrer Befangenheit einer Kommissionsleiterin und deren daraus folgenden Amtsvergehen. Und: Involviert sind nur die paar Leute, die Bischöfin Fehrs verantwortungsdiffundierend, schmutzig delegierend und für sie lügend und vertuschend mit hineingezogen hat. “Ich kann leider nicht sehen, wie ich persönlich hilfreich sein kann.“ Das sollte sie auch gar nicht. Es genügt, wenn sie anerkennt, dass die Hamburger ULK-Petentin alles Recht der Welt hat, als Auch-Betroffene im BeFo zu sprechen: “Ihre Erfahrungen sind furchtbar und es tut mir leid. Ich weiß auch, dass das sicherlich nicht hilfreich ist, dennoch möchte ich mein Mitgefühl aussprechen.“

Nancy Janz wirkt hier ein bisschen wie ein parentifiziertes Kind, das deutlich merkt, dass sich die Eltern, hier in dieser Analogie die kirchlich Leitenden und in gewisser Weise auch „Brot- und Dienstherr*innen der BeFo“, schuldig machen und sie nun etwas von dieser Schuld – für sie – wieder gutmachen möchte. Womit sie natürlich scheitern muss. Sie könnte natürlich sagen, wir versuchen, bei Bischöfin Fehrs darauf hinzuwirken, dass sie Dinge ändert, in eine Metanoia, eine Umkehr, oder in Supervision geht. Dann wäre Nancy Janz raus aus der Parentifizierung und würde sich, als Zeichen echter psychischer Arbeit, mit einer angemessenen Kritik „auf eine Augenhöhe mit der hierarchisch Übergeordneten“ stellen. „Aus Ihren Informationen nehme ich mir als Arbeitstitel für die Arbeit im Beteiligungsforum gern die Themen: Kommunikation, Kontakte untereinander und Freundschaften in Täterkreisen und Klarheit in Strukturen, Arbeitsweisen und Transparenz, mit.“ Hier macht Nancy Janz sehr deutlich, dass sie die zentralen Punkte unserer Kritik am unprofessionellen Vorgehen von Bischöfin Fehrs verstanden hat. “Sehr gern möchte ich auf der strukturellen Ebene daran arbeiten, dass dies besser wird, denn tatsächlich arbeite ich im Beteiligungsforum vor allem auf der strukturellen Ebene.“ Dieser, mit Recht wohl, etwas stolze Hinweis auf die Wichtigkeit ihrer Arbeit hilft Frau Janz sicher, damit klarzukommen, der Petentin gegenüber nicht wirklich deutlich, also wirklich „ehrlich“ (zweimal benutzte sie dieses Wort in ihrer zweiten Mail), geworden zu sein, dass sie sieht, dass Bischöfin Fehrs sich ihr gegenüber ins Unrecht gesetzt hat und weiterhin setzt. “Ich möchte ungern Ihrerseits in eine Richtung gesetzt werden, die vorwürft, ich würde von der Institut oder gar von Frau Fehrs vereinnahmt oder beeinflusst werden.“ Das betrifft wohl eher eine Stimme in ihr, als etwas, was von der Petentin gekommen wäre. Eine Stimme, die da sagt, „Oh, oh, wir wurden makrophagisch verdaut!“5 Von der Petentin kam nichts, was ein Anhaltspunkt für das „in eine Richtung gesetzt werde“ gedeutet werden können. Frau Janz hat hier offensichtlich die Petentin mit mir vermengt, der ich mit Herrn Zander, als er mich ohne (über die mutmaßlichen Lügen von Bischöfin Fehrs über die Petentin und mich hinausgehenden) Grund blockierte, eine kleine Frotzelei hatte: Ich fragte ihn, „Reden Sie nicht mehr mit Betroffenen, die noch nicht ‚eingemeindet‘ sind?“6 Dann wiederholt Frau Janz noch einmal ihre Entschuldigung: „Mein Standpunkt als Betroffene ist klar. Ich arbeite mit der EKD zusammen, um für Betroffene bessere Strukturen zu schaffen.“

Grundlage #2: Zweiter Kritischer Bericht der Petentin an das Beteiligungsforum

Am 21.02.2024 wiederholten die Petentin und ich unsere grundlegenden Kritik am Vorgehen7 der Ratsvorsitzenden Fehrs. Auf diesen Kritischen Bericht der Petentin an die Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt verwies ich in einem meiner Blogbeiträge8, in dem ich diese beiden, für die Frage der von Bischöfin Fehrs praktizierten Transparenz – oder eben radikalen Intransparenz – entscheidenden Fragen stellte:

(1) „Wer weiß etwas darüber, wie es kommt, dass sich Bischöfin Fehrs nicht juristisch gegen unsere Vorwürfe wehrt? Dass sie diese vollständig ignoriert?“ Und:

(2) „Wer weiß etwas darüber, wie Bischöfin Fehrs diese Frage beantwortet, wenn sie ihr in den verschiedenen EKD-Gremien gestellt wird? Gibt es eine Zauberformel, mit deren Hilfe ‚Ruhe im Karton‘ ist? So eine Formel könnte etwa diese sein: ‚Die Petentin und ihr Helfer sind staatlich anerkannte Verrückte, die am besten ignoriert werden sollten‘“. Womit Bischöfin Fehrs nur das ohnehin schon existierende, von Pastor Frank Howaldt in der Ottensener Gemeinde gepflegte Narrativ seiner Psychomethoden-Kolleg*innen aus dem Metaforum aufgegriffen hätte. Was sie natürlich nicht gedurft hätte… :-) Sie aber, davon gehe ich aus, wohl trotzdem getan hat, wenn auch hinter vorgehaltener Hand und im engsten Kreis.

Bei beiden Gelegenheiten für die großen Intransparenz-Auftritten von Ratsvorsitzende Fehrs ging es darum, die Betroffenenvertretung und das Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt über die Amtsverfehlungen von Bischöfin Fehrs aufzuklären. Die ihr hier unterstellten Intransparenz-Auftritte von Bischöfin Fehrs sind ja nicht in Wort oder Schrift übermittelt – was für ihr Schon-Stattgefunden-Haben spricht.

Was wäre ein transparentes Vorgehen?

Was wäre, würde Bischöfin Fehrs der Forderung nach Transparenz nachgekommen sein, wie sie es vollmundig angekündigt hatte, ein konsequentes transparentes Vorgehen?

Sie hätte, der Bedeutung des Vorganges des Auftretens einer Betroffenen aus dem „eigenen Stall“ im BeFo angemessen, eine kleine Erklärung verfassen können, nach dem Motto, „Anlässlich der Einlassungen meiner Petentin aus der von mir geleiteten Hamburger Unterstützungsleistungskommission möchte ich, um der Klarheit allen Beteiligten gegenüber willen, folgendes sagen: Die Lage in Hamburg ist…, es gibt einen Konflikt zwischen der Petentin und ihrem Unterstützer und mir, über den ich hier, da er noch nicht gelöst ist, nur folgendes sagen kann und will: … .“ In Wort und Schrift, das wäre in einer so delikaten Situation angemessen.

Die kürzeste, hochtransparente Form wäre wohl: „Ich möchte zu dem, was die Petentin hier eingebracht hat, nichts sagen, weil all das einen aktuellen, noch anhängigen Fall der ULK-Hamburg betrifft.“

Und: Transparent kann man etwas vermitteln, indem man auf schon bestehende Transparenz verweist, die zu dem, was man vermitteln möchte, in Beziehung steht: Bischöfin Fehrs hätte auf mein Buch und meine anderen Veröffentlichungen zur „Causa DVNLP“ verweisen können, als ausgesprochene „Transparenz-Hersteller“ in Bezug auf den verbrecherischen Umgang des DVNLP mit unter den Tisch gekehrten Missbrauchsbeschwerden. Diese sind wertvoll, da ich die verbrecherisch beteiligten DVNLP-Leute namentlich benenne. Diese Transparenz-Hersteller können auch juristisch nicht mehr angegriffen oder sonst wie intransparent gemacht werden. Wertvolles historisches Material über den Umgang von Organisationen mit dem Thema Missbrauch, hat mich meine private Altersvorsorge gekostet – und wird jetzt wohl von Bischöfin Fehrs und ihren innerkirchlichen Mitverschworenen als Vorlage für die Kirche utilisiert, sich gegen die Missbrauchten, die „fordernden Nestbeschmutzer“ (wie manche es wohl heimlich so empfinden und denken) zur Wehr zu setzen.

Transparent vermittelt hat Bischöfin Fehrs vor allem auch in keinster Weise, warum sie nicht wollte, dass ihre ULK-Kolleg*innen mein DVNLP-Buch zur Kenntnis nehmen. Ebenso wenig hat das Pastor Frank Howaldt in Bezug auf die Ottensern Gemeinde und seine Pastor*innen-Kolleg*innen getan, von denen er wohl nicht wollte, dass sie meine DVNLP-Veröffentlichungen und seine eigene, diesbezügliche Befangenheit zur Kenntnis nehmen.

Transparent wäre, hätte Bischöfin Fehrs darauf hingewiesen, dass sich die Kirche im Moment auch gerade mit meinen Veröffentlichungen zum DVNLP auseinandersetzt und prüft, ob bei aller Schuld, die DVNLP-Mitglieder sich aufgeladen haben, noch genug Schuld bleibt für die Klerikalen, die die Petentin, als Konfirmandin und Jüngerere, auf die Reise des sexuellen Dienens geschickt haben.

Statt dessen nahm das Zelebrieren von Intransparenz bei Bischöfin Fehrs deutliche Züge von Verschleiern, Vertuschen, die Wahrheit unter Lügen Beerdigen und konspirativen Verschworenseins an. Dieser Wandel im Werden der Fehrs´schen Intransparenz geschieht bis heute. In der Geschichte des von ihr sabotierten Aufarbeitungsprozesses der Petentin startete sie mit der verantwortungsdiffundierenden Beauftragung von Mitarbeiter*innen, an die sie schmutzig delegiert hatte und am Annehmen des Angebotes ihres disziplinarischen Vorgesetzten, für sie zu lügen, und das Angebot, von wiederum dessen Vorgesetzten, ihre und seine Lügen zu decken.

Heute ist zu befürchten, dass sie für all das ihre ihr zugetanenen und gewogenen Betroffenen, ihren BeFo-Fan-Club, benutzt. Und dass sie, um das zuverlässig tun zu können, noch mehr Spaltpilze in die Betroffenengruppe einbringen wird. Dass die Sollbruchstelle der Betroffenenpartizipation die absichtliche Herbeiführung von Spaltung ist, weiß sie vielleicht nicht, oder verdrängt sie. Immerhin: Die Petentin und ich werden mittlerweile von Detlev Zander, Katharina Kracht und neuerdings auch Nancy Janz wie Täter behandelt: radikal aus jeder Kommunikation ausgeschlossen.

Intransparenz-Highlights aus dem von Bischöfin Fehrs gegen die Wand gefahrenen Aufarbeitungsprozess der Petentin

Bischöfin Fehrs blieb ausgesprochen intransparent in Bezug darauf,

(1) was sie in ihren zahlreichen Gesprächen (von Dezember 2019 bis Oktober 2020 und dann von da ab bis heute) mit ihrem Freund, Pastor R., über den Missbrauch der Petentin als Konfirmandin seines Kollegen D. erfahren hat. Auch darüber, was sie von ihm über das Zusammenwirken ihres familienbasierten pädokriminellen Tätersystems mit ihm, seinem Kollegen D. und anderen Klerikern gelernt hat. Obwohl sie ja für die Kirche und mit der Kirche über all das etwas Lernen wollte, behielt sie, hochgradig intransparent eben auch ihrer Institution, der Kirche gegenüber, alles für sich und wendete damit ein Ahrensburg 2.0 ab,

(2) dass mit ihrem Wissen und wohl auch Wollen, die Petentin von den disziplinarischen Vorgesetzten von Bischöfin Fehrs nicht geschützt wurde, sondern sie stattdessen genötigt und erpresst wurde, ihre Schwester und ihre Freundin in Bezug auf deren Verhältnisse zu R. zu denunzieren,

(3) die Überarbeitung der widersprüchlichen Anforderungen an das Amt der Vorgesetzten von Bischöfin Fehrs, die zu einer nicht zu bewältigenden Personalunion ihrer Ämter mit einer schizophrenogenen Amtsführung führt9 – mit eingebaut-zwangsläufiger Schädigung der jeweiligen Petenten,

(4) dass die Verfahrenskoordinatorin Frau Dr. Arns ihren kirchlichen Arbeitsplatz verließ, ohne dass ihr für die Fortsetzunge des Aufarbeitungsprozesses der Petentin notwendige Amt „Verfahrenskoordination“ auf jemand anderes übertragen worden wäre,

(5) dass es eine innerkirchliche Gruppe von Mitverschworenen Intransparenten gibt, die mit Bischöfin Fehrs zusammen vertuscht, verschwiegen und gelogen haben, und dass zu dieser auch ihre Vorgängerin Kurschus gehörte.

Nach allem muss wohl gesagt werden: Etwas mehr Transparenz würde der Ratsvorsitzenden Fehrs und ihren Mitverschworenen in der evangelischen Kirche nicht schaden – dem Oberkirchenrat Lenz nicht, der Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt nicht, der ehemaligen Ratspräsidentin Kurschus nicht, und Pastor Frank Howaldt und Propst Bräsen auch nicht.10

  1. Siehe https://www.evangelisch.de/inhalte/224527/16-12-2023/ekd-ratsvorsitzende-ueber-krisen-fehrs-will-mehr-transparenz-beim-thema-missbrauch.
  2. In der Betroffenenvertretung und im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt.
  3. Siehe https://www.ekd.de/betroffenenvertretung-79339.htm.
  4. Siehe https://www.ekd.de/beteiligungsforum-sexualisierte-gewalt-73955.htm.
  5. Das ist eine Metapher, die der deutsche Hypnosystemiker Gunther Schmidt für den Fall benutzt, dass der Kommunikationsprofi die gesunde Grenze zwischen sich und dem System der Klientin nicht aufrechterhalten kann, z.B. weil er das Abstinenzgebot verletzte. Die Betroffenen sind ja dem System Kirche gegenüber in einer quasi professionellen Kommunikationsberater-Rolle. Verletzt der Profi das Abstinenzgebot, wird er, ob er es will oder nicht, in einer für ihn nicht mehr genügend erfassbaren und schon gar nicht kontrollierbaren Weise zu einem Teil des Systems der Klientin (Kirche in diesem Fall). Vielleicht kann er oder sie noch verhindern, ganz ins System der Partner „zu rutschen“, oder, wie Gunther Schmidt es nennt, „makrophagisch vom System verdaut zu werden“: Wenn er oder sie bereit ist, die relevanten Tabus dieses Systems zu brechen. Das scheint nicht so, sieht man sich die Mühe an, die Frau Janz auf sich genommen hat, der Fall zu sein: Tabu bleibt die Einteilung der Betroffenen in Gute und Schlechte. Und Tabu bleibt auch der Kategorien-Fehler: Betroffene sind nicht Teil der Kirche. Sie sind immer „die da“, denen „wir als Kirche“ gegenübertreten, als von „unseren Leuten“ Missbrauchte und nun von unseren Leuten Entschädigte. Missbrauch findet immer an der Grenze statt, auch die Entschädigung – welche diese nicht überwindet. Hier ist noch viel Denkarbeit von Nöten. Ich komme darauf zurück.
  6. Siehe hier und hier.
  7. Kritischer Bericht der Petentin an die Betroffenen im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt
  8. Siehe „Wurde die EKD-Ratsvorsitzende Fehrs heiliggesprochen? Ist sie – in Demut – unverwundbar? Oder selbstüberschätzend ignorant?“.
  9. Siehe das Kapitel „J.8.b. Disziplinarische Vorgesetzte“ in Materialsammlung zu “Oberstes Gebot Täterschutz. Evangelische Kirche lässt Missbrauchsaufarbeitung scheitern”.
  10. Siehe dazu: Oberstes Gebot Täterschutz. Evangelische Kirche lässt Missbrauchsaufarbeitung scheitern