„Feigheit vor dem Herrn!“ Offener Brief an Propst Bräsen

„Feigheit vor dem Herrn!“ Offener Brief an Propst Bräsen

veröffentlicht von Thies Stahl am 20.07.2024, korrigiert und ergänzt am 30.03.2026

Hallo, Herr Bräsen,

wir kennen uns seit dem Dezember 2014. Am 05.12.2016 habe ich Ihnen am Rande einer Veranstaltung in der Hamburger Fabrik meine Lebensgefährtin vorgestellt, heute die Petentin des von Bischöfin Fehrs „gegen die Wand gefahrenen“ ULK-Missbrauchsaufarbeitungsprozesses.

Wir haben an dem Abend in der Fabrik lange geredet. Die Petentin und ich erzählten Ihnen von ihren im DVNLP unterdrückten Missbrauchsbeschwerden1 und auch von den Attacken dieses Verbrecherverbandes gegen sie und mich, der ich ihr als DVNLP-Gründungsvorstand und -Ehrenmitglied helfen wollte.

Auch haben wir Ihnen an diesem Abend des 05.12.2016 von der Kindheit der späteren ULK-Petentin erzählt, die in einem pädokriminellen Tätersystem aufgewachsen ist, aus dem sie, 38-jährig im Jahre 2011, als aussagebereite Kronzeugin ausgestiegen ist.2 Wir erzählten Ihnen auch, dass sie ihre damals 11- und 13-jährigen Kinder bei den Ehemann- und Zuhälter-Tätern dieses Systems zurücklassen musste und sie seit August 2012 nicht mehr gesehen hat.

Wir haben uns danach noch zu drei ausgiebigen Gesprächen getroffen, am 23.02.2018 und 10.09.2019 bei Ihnen im Büro, sowie am 29.01.2020 bei uns in der Wohnung. Davor, am 28.04.2019 und am 20.06.2019, hatte ich Sie und die Ottensener Pastoren Howaldt und Lemme über meine Veröffentlichungen zu den im DVNLP in verbrecherischer Weise unterdrückten Missbrauchsbeschwerden der heutigen ULK-Petentin informiert.

Am 09.08.2019 hatten Sie es dann im Mail-Verteiler „Petentin-Pastoren-Probst-Bischöfin“ leider für notwendig gehalten, sich auf unempathische Weise von der Petentin mit „…da unser Kontakt auch eindeutig dienstlich für mich ist“ zu distanzieren. Daraufhin habe ich Sie am 09.08.2019b mit Hilfe der Notlüge, „Vorher kannte weder Frau … [die Petentin] Sie, noch ich“,  beruhigt und Ihnen so signalisiert, dass von mir niemand erfahren würde, in welchem Kontext ich Sie und Ihre Frau schon im Dezember 2014 kennengelernt habe.

Das bereue ich heute, habe ich doch vermutlich dadurch dazu beigetragen, dass Sie sich, wohl um unserer Geheimnis zu bewahren, entschieden haben, möglichst wenig und dann schließlich überhaupt keinen Kontakt mehr zu uns zu haben, sich nicht auf unsere Seite zu stellen und schließlich Ihren selbst gewählten und sich selbst verliehenen Status als „Ansprechseelsorger“ des Ottensener Gemeindemitglieds Silke Schumacher aufzukündigen3 — und vermutlich deshalb, sowohl als Seelsorger als auch als Vorgesetzter der Ottensener Pastor:innen, komplett versagt haben: Diese Geheimnis hat Sie befangen gemacht, Herr Bräsen. Sie haben sich, wohl infolge dieser zu einer Tabuisierung führenden Verstrickung, für ein feiges „Nicht-Handeln“ entschieden, sprich dafür, Ihre Befangenheit nicht zu deklarieren, sondern zu verstecken.

Sie haben, auf unsere Kosten, Ihre Situation mit uns und den Ottensener Pastor:innen nicht offengelegt und sich damit für das gleiche Amtsvergehen entschieden, wie Pastor Frank Howaldt, Ihr Untergebener, und wie Bischöfin Fehrs, Ihre Vorgeordnete, die ja beide auch ihre jeweilige Befangenheit kaschiert und „weggemogelt“ haben.

Schon in den Gesprächen in Dezember 2016 und am 10.09.2019 sprachen wir über die klerikalen 1986er Missbräuche an der Petentin als Konfirmandin. Über diese sprachen Sie sicher auch mit den Ottensener Pastor:innen Howaldt, Lemme und Fenner, die, wie ebenfalls Bischöfin Fehrs, im Sommer 2019 diesbezüglich von Silke Schumacher informiert4 wurden. Vermutlich sprachen Sie auch mit Bischöfin Fehrs und den Ottensener Pastor:innen darüber, dass Silke Schumacher in erwähnten Mailverteiler versehentlich den 1986er Zeitzeugen, den in Hamburg bekannten Pastor R., mit Klarnamen erwähnt hatte.

In diesen Gesprächen und in dem am 10.09.2019 und 29.01.2020 sprachen wir darüber, dass der Ihnen unterstellte Ottensener Pastor Frank Howaldt einige der DVNLP-Täter aus seinem Psychofortbildungsinstitut Metaforum gut kennt und unter dem üblen Einfluss der von diesem Verbrecherverband über die Petentin und mich verbreiteten Lügen steht. Ihnen, wie uns, war klar, dass Pastor Howaldt aufgrund seiner Verstrickung in die Konflikte der Psychomethodenwelt5 so befangen ist, dass er in Bezug auf die Petentin und mich nicht seelsorgerisch denken und handeln konnte.

Statt, wie wir uns das von Ihnen wünschten, sich mit uns und den Pastoren zusammenzusetzen und das verstrickte Agieren von Pastor Frank Howaldt und das inkompetente Tun der „Pietät“-Pastorin Fenner6 zu korrigieren, haben Sie sich entschieden, die von Ihnen, zumindest uns gegenüber und mit uns zusammen, als für unser Anliegen eher inkompetent eingestuften Ottensener Pastor:innen dadurch zu ersetzen und quasi überflüssig zu machen, dass Sie sich selbst als „spezieller seelsorgerischer Ansprechpartner“ der Petentin anboten und einsetzten. Und da Sie darüber hinaus gesagt hatten, „Ich bin mit der Bischofskanzlei darüber im Kontakt und werde mich über alles Weitere … auf dem Laufenden halten“7, haben die Petentin und ich Ihr Angebot einer speziellen Begleitung angenommen. Als Unterstützer der Petentin war ich beruhigt, mich darauf verlassen zu können, dass Sie schon mit mir zusammen darüber wachen würden, dass Bischöfin Fehrs und ihre ULK gut mit ihr umgehen.

Genau das, Herr Bräsen, taten Sie dann aber nicht. Vermutlich waren Sie zu feige, Bischöfin Fehrs mit ihren Verfehlungen zu konfrontieren. Und nachdem klar wurde, dass (1) Bischöfin Fehrs ihre „Pastor R.“-Befangenheit nicht deklariert und über die Jahre immer mehr Amtsverfehlungen begangen hat, um dieses Versäumnis zu kaschieren, und dann (2) die Oberkirchenräte des Landeskirchenamtes — die ja auch Ihre Vorgesetzten waren, Herr Bräsen — die Petentin zum Denunzieren ihrer Schwester und Freundin nötigten und (3) die höchsten Personen der Kirchenleitung Nord und der EKD8 die Beschwerden der ULK-Petentin ignorierten und komplett unter den Tisch fallen ließen, haben Sie sich, mit Verlaub gesagt, Herr Bräsen, „verpisst“: Als Silke Schumacher sich mit der Bitte um Hilfe an Sie, ihren — sich selbst und amtsanmaßend als einen solchen eingesetzt habenden — „speziellen seelsorgerischen Ansprechpartner“, wandte, sagten Sie lapidar, „Ich stehe für ein Gespräch nicht zur Verfügung“9 und verwiesen sie, ohne auf ihre berechtigte Kritik an dem Vorgehen der Oberkirchenrät:innen einzugehen, auf das „Gesprächsangebot“, „IM“ der „Dänischen Straße“ zu werden.10 

Aufgrund unserer Gespräche über das pädokriminelle Tätersystem im biografischen Hintergrund von Silke Schumacher wussten Sie genau, welchem Risiko sie sich ausgesetzt hätte, hätte sie sich entschieden, Pastor R. durch das Denunzieren ihrer im pädokriminellen Tätersystem verbliebenen Schwester und ihrer Freundin zu belasten. Sie wussten, was für ein unmoralisches „Gesprächsangebot“ Ihre Vorgesetzten, erst Oberkirchenrat Tetzlaff, dann Oberkirchenrat Lenz, der Petentin da gemacht haben, waren sie doch, genau wie Sie, Herr Bräsen, von Silke Schumacher über die Bedrohung aus diesem Tätersystem informiert11 worden und ebenfalls über ihr Risiko, erneut12 wegen Verleumdung angeklagt zu werden. Sie wussten all das, zogen es aber vor, dazu zu schweigen.

Fürs Schweigen entschieden Sie sich ja auch, Herr Bräsen, nachdem der/die Meldebeauftragte für Hamburg-West, Herr/Frau Anaïs Abraham, Mitte Mai diesen Jahres die Hinweise auf die frühkindlichen, an der Petentin auch schon in den 70er Jahren begangenen Missbräuche an Sie weitergeben hat, einschließlich einer Frau/Herrn Nonbinär Abraham von Silke Schumacher konkreten geschilderten, schmerzlichen Szene, die sie als Kind mit einem Pastor aus ihrem heutigen Dienstbezirk erdulden musste.

Sie haben sich entschieden, Propst Bräsen, das nicht zum Anlass zu nehmen, sich noch einmal — vielleicht mit einer kleinen Entschuldigung — an die Petentin zu wenden und sie wissen zu lassen, dass diese „offizielle“ Meldung über die frühkindlichen klerikalen Missbräuche an ihr (1) bei Ihnen angekommen ist und (2), was mit dieser Meldung, die Sie von Frau/Herrn Abraham erhalten haben, passieren wird. Nachdem Sie als deren Mit-Mitglied in der Kirchenleitung und als sich selbst eingesetzt habende Verbindung zu Bischöfin Fehrs mitbekommen haben, dass sie, zusammen mit Oberkirchenrat Lenz und Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt, den ULK-Aufarbeitungsprozess von Silke Schumacher sabotiert und abgebrochen hat, wäre das schließlich eine wichtige Info für Silke Schumacher gewesen.

  1. Siehe unter Texte und Materialien zum DVNLP
    und in meinem Buch über den verbrecherischen Umgang mit Missbrauchsbeschwerden im DVNLP, der in der evangelischen Kirche heute von der EKD-Ratsvorsitzenden Kirsten Fehrs kopiert wird: „NLP für Verbrecher – ‚Causa DVNLP‘: Mafia-, Stasi- und Nazi-Methoden im deutschen NLP“. Im Verbrecherverband DVNLP wird der XY genannte DVNLP-Trainer, -Zuhälter und -Vergewaltiger genau so gedeckt und versteckt, wie jetzt in der evangelischen Kirche der Freund von Bischöfin Fehrs, Pastor R., der tief in den von ihr eigentlich aufzuarbeitenden 1986er Missbrauchskontext verstrickt ist.
  2. Während der großen, auch gerichtlich (Urteil #1 und Urteil #2, siehe auch hier ) geführten Auseinandersetzungen mit dem DVNLP im Jahre 2015 hatten die Petentin und ich uns entschieden, dazu den Bericht „Hintergrund der Missbrauchs-Beschwerden“ zu veröffentlichen.
  3. Silke Schumacher hatte Sie mit dem Hinweis, „Ich hänge in der Luft, und bin in unguter Weise stigmatisiert und auch retraumatisiert“ (siehe 20220413 Silke an Propst Bräsen) um Hilfe gebeten, woraufhin Sie am 20.04.2022 antworteten, Sie würden für ein Gespräch nicht (mehr?!) „zur Verfügung stehen“ (siehe 20220420 Propst Bräsen an Silke).
  4. Siehe 22.07.2019a, 22.07.2019b, 22.07.2019c, 30.07.2019a und 30.07.2019b. Auch auffindbar unter dem entsprechendem Datum im “Anhang Korrespondenz“, wie auch die „Materialsammlung“ für unser entstehendes Buch hier downloadbar.
  5. Siehe in der Materialsammlung das Kapitel „J.2. Pastor Frank Howaldt“ und das Unterkapitel „J.2.i. Verstrickt in weltliche Mächte: Pastor Howaldt im Stellvertreterkrieg gegen Gemeindemitglieder“.
  6. Siehe in der Materialsammlung das Kapitel „J.4. Pastorin Katharina Fenner“.
  7. Am 09.08.2019.
  8. Gemeint sind: Die Ratspräsident:innen Bedford-Strohm und Kurschus (siehe in der Materialsammlung die Kapitel „J.8.a.2. Ratspräsident Dr. Bedford-Strohm“ und „J.8.a.3. Ratspräsidentin Kurschus – Chefsache: Ignoranz und Täterschutz“), die Oberkirchenräte Tetzlaff und Lenz („J.8.b. Disziplinarische Vorgesetzte“), die Kirchenleitung der Nordkirche und deren Versitzende, Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt (zuletzt am 18.07.2024).
  9. Siehe Propst Bräsen an Petentin am 20.04.2022.
  10. „IM“ bedeutet „Informelle Mitarbeiterin“. Um das Unmoralische dieses Gesprächsangebotes zu verdeutlichen, verwende ich eine Analogie: Das in der „Dänischen Straße“ in Kiel angesiedelte Landeskirchenamt ist selbstverständlich kein „Ministerium für Staats(kirchen)sicherheit“. Die DDR-Behörde Ministerium für Staatssicherheit (MfS) hatte ihren Sitz in der „Normannenstraße“ in Berlin.
  11. Siehe 20220409 Silke an OKR:in Kühl und Lenz, 20221005 Silke an Fehrs, Kühnbaum-Schmidt, Bräsen, et al. und 20221018 Silke an OKR:in Kühl und Lenz.
  12. Statt gut zwei Duzend der Anzeigen von Silke Schumacher gegen Täter:innen aus ihrer 38-jährigen Geschichte mit sexueller und sonstiger Gewalt zu bearbeiten, hatte sich die StA-Hamburg entschieden, sie wegen Verleumdung und übler Nachrede gegen den im und vom DVNLP geschützten Missbrauchstäter und Vergewaltiger XY anzuklagen. Das Verfahren wurde nach § 153 StPO eingestellt (siehe Beschluss AG-Altona (17.11.2017)).