In einem kurzen Interviewausschnitt mit Mattias Desmet, dem Autor des Buches „The Psychology of Totalitarianism“, geht es um einen wesentlichen Unterschied zwischen der heutigen coronalen „mass formation“ (Massenhysterie, -hypnose, -psychose) und den früheren „mass formations“, z.B. in Nazideutschland oder Stalin-Russland: Die modernen Massen sind „einsame Massen“1, d.h. sie werden gebildet von isolierten Individuen, die sich nicht physisch treffen, aber doch alle dasselbe Narrativ teilen, dieselben Glaubenssätze und Mythen, weil diese durch die Massenmedien in breiter Fläche und unentrinnbarer Tiefe verteilt werden.

Der Interviewer, Del Bigtree, vergleicht die Situation der vereinsamten, in Corona-Zeiten alleine vor ihrem Computer oder Fernseher sitzenden Menschen mit denen, die z.B. auf einer Nazi-Großveranstaltung in einem Stadion Hitler zugejubelt haben, die aber immerhin noch mit ihren physisch um sie herum vorhandenen Nachbarn Sätze wechseln konnten, wie „Findest Du nicht auch, dass das irgendwie ein bisschen verrückt ist hier?“

Mit den „One-Mind“- oder „Unisono“-Medien“ ist es wie im hypnotischen Rapport: Die Formung der Welt geschieht durch den Hypnotiseur, ab dem Moment, wo der Hypnotisierte ihm den Kredit gibt und sich komplett für dessen Worte öffnet. Letzteres tut der oder die Hypnotisierte dann, wenn er eine ausreichend positive Vater- und/oder Mutter-Übertragung auf den Hypnotiseur entwickelt. Das trifft auch auf den unheiligen Geist, auf die einstimmige Vielstimmigkeit, die Unisono-Stimme der tausendstimmigen Mainstreammedien zu.

Vertrauen ist die Grundvoraussetzung für das Hypnotisiertwerden. Das ist auch so bei den „Mamas und Papas“ der Menschen in Deutschland, der „Rauten-Mutter“ Merkel, dem aller roten Linien entwachsenen Scholz, dem unhinterfragbaren Wieler und den Krankheits- und Pharma-Lobbyisten wie die Spahns und Lauterbachs. Auch für dieses Vertrauen, und damit auch für das den vielen unterschiedlichen, aber doch gleichlautenden Stimmen der Riesenschar der synchronisierten Mietmäuler gegenüber, durch die dieser eine unheilige, virtuell-elterliche Geist spricht, die Lanzens, von Hirschhausens und auch die kirchsteuerfinanzierten „Impfen-ist-Nächstenliebe“-Pharmavertreter, gilt ab dem Moment, in dem der oder die zu Hypnotisierende vor dem Fernseher in Trance geht und sich den Durchsagen und Suggestionen der Regierenden und der Regierungsmedien ihres Vertrauens hingibt:

„Wahr ist und real, was ich, Dein Hypnotiseur des unheiligen aber einigen Geistes Dir sage. Meine Suggestionen formen Deine Realität, sie legen fest, was Du, obwohl es da ist, nicht sehen kannst (negative Halluzinationen) und was Du siehst, obwohl es nicht da ist (positive Halluzinationen).“

Nachdem ich dieses Interview gesehen hatte, dachte ich an meine frühen Hypnose-Experimente noch während der Schulzeit, z.B. an meinen Mitschüler Max, mein damaliges Lieblings-Trance-Subjekt. Im Klassenzimmer saß er neben dem Fenster und ich fragte die Religionslehrerin, ob ich es öffnen dürfte. Sie erlaubte es, ich ging hin, machte es auf und wandte mich kurz Max zu und sagte, verbunden mit einer schnellen, extra dafür eingerichteten Geste meiner Arme und Hände „Schlaf ein!“ Mit Hilfe dieses Reinduktionssignals ging Max zurück in die tiefe Trance, in der ich tags zuvor dieses Signal mit ihm etabliert hatte, nach dem Motto, „Wenn Du das hier [ihn meine beiden Unterarme im rechten Winkel zueinander zeigend, ihn dabei etwas vorgebeugt intensiv anguckend, dabei „Schlaf ein!“ sagend] von mir siehst und hörst, gehst du sofort zurück genau in diese tiefe Trance, in der Du jetzt im Moment bist.“ Zu dieser Trance gehörte, als hypnotisches Rapport-Phänomen, dazu, dass Max nur mich, meine Stimme und um uns herum nur das wahrnahm, auf das ich mich ihm gegenüber jeweils explizit bezog. In der durch das Reinduktionssignal erzeugten Trance war dieser hypnotische Rapport wieder in gleicher Weise vorhanden: Das Lachen all unserer Klassenkameraden und die verzweifelten Versuche der Religionslehrerin, ihn anzusprechen und eine Reaktion von ihm zu bekommen, also „zu ihm durchzudringen“, waren für Max nicht wahrnehmbar… (Ich habe Max dann schnell wieder geweckt und mich bei der Lehrerin für die Aufregung entschuldigt.)

Aber seit mir diese Begebenheit mit Max in der Schulklasse nach dem Del Bigtree-Desmet-Interview wieder eingefallen war, urteile ich milder über die sogenannten Schlafschafe: Ich finde sie jetzt weniger dumm, sondern denke eher, sie sind in der Liebe und im Vertrauen geblieben, mit Vater Staat und Mutter Kirche, sie haben sich ihr Urvertrauen erhalten. Wie alle Hypnotisierten in ihren jeweiligen Regressionen, ohne die sie nicht in Trance gehen könnten, das tun. Die Schlafschafe sind Menschen, deren beinahe kindlich gebliebenes Vertrauen gerade massenhaft-totalitaristisch missbraucht wird.

Bei dieser Erkenntnis habe ich noch einmal mit dankbaren Gefühlen an Max gedacht, und mit darüber gefreut, dass er mir vertraut hat, genauso tief, wie er sich von mir in tiefe Trancen hat führen lassen. In keiner Sekunde habe ich damals und danach daran gedacht, ich könnte ihn dümmlich finden, dass er sich von mir hatte hypnotisieren lassen. Ich war ihm dankbar, dass er mir das Vertrauen dazu entgegengebracht hat. Letzteres habe ich auch nicht missbraucht, z.B. dadurch, dass ich ihn in eine toxische Genspritze hinein hätte schlafwandeln lassen.

  1. Diesen Begriff übernimmt Desmet von Jacques Ellul aus dessen Buch „Propaganda: The Formation Of Men’s Attitudes“.

Eine Erweiterung des Schwab´schen „Nazi-Ermächtigungs“-Konters

von Thies Stahl, 07.06.20221 Als PDF

In der 104. Sitzung des Corona-Ausschuss am 13.05.2022 (ab 04:48:49) sprach Prof. Dr. Martin Schwab über den Angriff der taz gegen ihn. Die taz hätte ihn gefragt, nachdem er sich doch vom Rechtsextremismus distanziert hätte, wie das denn damit zusammenpassen würde, dass er auf Demos mitlaufen und auf Veranstaltung sprechen würde, in denen man auch Rechtsextreme sichten würde. Martin Schwab berichtet, er hätte der taz eine Antwort gegeben, die er als „Konter“ jedem empfehlen würde, der sich ein solches Pseudoargument anhören müsse. Dieser Konter würde „…die scheinheilige Verlogenheit selbsternannter Tugendwächter bis auf die Knochen (entlarven).“

So könnte man auf die in jeder coronalen Diskussion2 unvermeidlich zu erwartenden „Nazi-Nazi-Rechts-Rechts“-Anwürfe, wie z.B. „Warum gehst Du auf eine Demo, wo immer wieder Nazis und Rechte dabei sind!“ laut Schwab