In einem kleinen Bericht über einen Meta-Programm-Mini-Kongress habe ich mich auf eine von mir entwickelte Variante prozessorientierter Arbeit mit Meta-Programmen bezogen, die ich dort vorgestellt habe. Hier kurz die wichtigsten Züge dieses Vorgehens:
Das T.O.T.E. (Test-Operate-Test-Exit) Schema, von Miller, Galanter und Pribram in den 60er Jahren entwickelt,

ist
nach meiner Meinung am besten geeignet, um sich angesichts der Vielfalt von
Meta-Programm-Definitionen zu vergegenwärtigen, was wohl ursprünglich mit dem
Konzept der Meta-Programme gemeint war.
Robert
Dilts hatte früh im NLP angeregt, das T.O.T.E.-Schema als Grundstruktur jeder
Strategie anzusehen, denn in jeder Strategie geht es darum, ein Ziel zu
erreichen oder ein Ergebnis zu erzielen, indem auf der Grundlage des
Vergleichens von Ist- und Soll-Zustand-Repräsentationen Verhalten (Operationen)
initiiert wird.
Das
T.O.T.E.-Schema bietet sich als Hintergrundschema für rein syntaktische,
inhaltsfreie Arbeit mit Meta-Programmen an, weil es kanonisch ist, d.h. jeder
Mensch durchläuft dieses Schema in allen Kontexten. Immer gibt es für den
Klienten in dem Kontext, für den er eine wie auch immer geartete Veränderung
anstrebt, ein (implizites oder explizites) Ziel, Tests (bewusste oder unbewusste
Vergleiche zwischen Ist- und Soll-Zustand) und (bewusste oder unbewusste)
Operationen sowie einen Abschluss (Exit) der Strategie.
Meta-Programme
Ebenfalls
auf eine Idee von Dilts, die ich Anfang der 80er Jahr in einem seiner Seminare
aufgeschnappt habe und die er meines Wissens selbst nicht weiter verfolgt hat,
geht die seit damals für mich plausibelste Form der Definition, Begründung und
Einordnung von Meta-Programmen zurück:
Solche
Merkmale von Strategien, oder besser gesagt, solche wiederkehrende Muster von
Strategien, die über unterschiedliche Strategien eines Menschen in
verschiedenen Bereichen wie Motivation, Lernen, Entscheidungen etc. hinweg
beobachtet werden können, solche „Vorlieben“ innerer
Informationsverarbeitung kann man dann im NLP sinnvollerweise als
„Meta-Programme“ bezeichnen.
Ein
Meta-Programm eines Menschen ist eine Meta-Strategie, die als angenommene,
logisch übergeordnete Struktur die Besonderheiten seiner Strategien
(„Programme“, Fähigkeiten) determiniert, überformt, prägt oder
konstituiert. Der Begriff Meta-Programm wird aber auch für das jeweilige
Resultat solcher Vorlieben kognitiver Verarbeitungsprozesse verwendet und
ebenso, leider oft in reifizierend-zuschreibender Form, synonym mit „Persönlichkeits“-
oder „Charaktermerkmal“ gebraucht,
so z.B. in Zuschreibungen wie „klein-chunkender Erbsenzähler“ (wenn jemand
in einem bestimmten Kontext detailliert wahrnimmt), „notorischer Mismatcher“
(wenn jemand in einem bestimmten Kontext bei Vergleich von Ist- und Soll-Zustand
zuerst oder intensiver auf das achtet, was noch verschieden ist) oder
„unbekehrbarer Traditionalist“ (wenn jemand in einem bestimmten Kontext
etwas als Ziel repräsentiert, was früher schon einmal so war).
Balancieren von
Meta-Programmen
Statt
(in dieser verdinglichenden Weise) davon zu sprechen, jemand „hätte“ das
Meta-Programm Kleinchunken, Mismatchen und Vergangenheitsorientierung, ist es
sinnvoller, in der Betrachtung von Prozessen (Programmen) und Meta-Prozessen
(Meta-Programmen) noch eine Ebene höher zu gehen und von einem Prozess zu
sprechen, der insofern „meta“ zu den Meta-Programmen ist, als dass er diese
verändert: das Balancieren von Meta-Programmen.
Dieses
Vorgehen des Balancierens der Meta-Programme habe ich auf den inhaltsfreien
Umgang mit allen Zielrepräsentationen übertragen und oft mit großem Erfolg
angewandt. Es besteht darin, dass der Berater den Klienten mit Hilfe geeigneter
Prozess-Instruktionen durch einen Prozess führt, in dem dieser seine
Meta-Strategien in Bezug auf sein aktuell ausgewähltes Ziel so verändert, dass
er dieses Ziel in allen Varianten denken kann, die durch die jeweilige
Meta-Strategie definiert sind und ermöglicht werden. Das „Balancieren von
Meta-Programmen“ ist eine trancenutzende, inhaltsfreie Prozessarbeit zur
Erzeugung varianter, redundant-widerstandsfähiger Zielrepräsentationen und
damit zur Weitung des Ziel- und Ressourcen-Raumes des Klienten.
Die
Prozess-Instruktionen für dieses Vorgehen leiten sich aus der eben schon erwähnten
Möglichkeit ab, die im NLP als Meta-Programme bezeichneten Hinweise auf die
Besonderheiten innerer Informationsverarbeitung den einzelnen Elementen
der T.O.T.E. zuzuordnen. Das soll im Folgenden an einer Auswahl von
Meta-Programmen gezeigt werden, die ich bevorzugt für diese Art von
Prozessarbeit benutze. Die meisten von ihnen lassen sich der Zielrepräsentation
(Soll-Zustand) zuordnen, oft aber auch zusätzlich den Operationen (die im Sinne
des Konzeptes der eingebetteten T.O.T.E.s wiederum auch Zielrepräsentationen
enthalten können) und z.T. auch den Entscheidungspunkten.
Für
jedes der Meta-Programme habe ich Formulierungsbeispiele für Such- und
Prozess-Instruktionen hinzugefügt, mit deren Hilfe der Berater seinem Klienten
helfen kann, die Balanciertheit der jeweiligen Meta-Programme zu erforschen.
Darauf folgt – im Fall einer einseitigen Nutzung des entsprechenden
Meta-Programms – die jeweils zu einer individuell angepassten hypnotischen
Prozess-Instruktion zu formulierende Grundanweisung zum Balancieren (Achtung,
Trancesprache, daher manchmal weniger leicht lesbar!):
1.
Repräsentationssysteme:
Hat der Klient die Freiheit, Ist- und Soll-Zustand in jedem Sinnessystem zu repräsentieren?
Sind Ist- und Soll-Zustand hinreichend redundant abgebildet? Benutzt er gleiche
Repräsentationssysteme für den Vergleich von Ist- und Soll-Zustand?
„Mache
dir für dich selbst deutlich, wie du weißt, dass du dieses Ziel hast. Woher
bzw. wie weißt du das? Wie weißt du, dass du eine Vorstellung von dem Ziel
hast? Lässt dich mehr ein V-, ein A-, ein K-, ein O- oder ein G-Phänomen
wissen, dass du dieses Ziel hast?“
„Und
wie weißt du, was der Ist-Zustand ist in Bezug auf den Ziel-, den Soll-Zustand?
In welchen Sinnessystem lässt du dich wissen, wo du jetzt bist, stehst, bzw.
wie weit du bist in Bezug auf das Ziel?“
„Stelle
sicher, dass du Ist-Zustand und Soll-Zustand in jedem Sinnessystem repräsentieren
kannst.“
Eventuell
als zusätzliches Meta-Programm: Liegt der Zielrepräsentation eine topologische
Metapher zugrunde (Erreichen des Zieles
als Ortsveränderung) oder eher eine Entfaltungsmetaphorik (Entfaltung
von Möglichkeiten wie die der Knospe in eine Blüte)?
2. Zeiterleben (In-Time oder Thru-Time) der Repräsentationen: Hat der Betreffende die Freiheit, Ist- und Sollzustand sowohl assoziiert als auch dissoziiert zu repräsentieren? Sind Ist- und Sollzustand im gleichen Zeiterleben repräsentiert? (Ist z.B. „verantwortlich handeln“ als Ziel dissoziiert und „Freude am Geldausgeben“ als Ist-Zustand assoziiert repräsentiert?)
„Stelle
sicher, dass du sowohl den Ist-Zustand als auch den Soll-Zustand beide
assoziiert und auch beide dissoziiert repräsentieren kannst.“
Hier
wird nach zwei Meta-Programmen, die der Berater nutzt, um Varianz in der
„Zieldenkung“ des Klienten zu stiften, schnell deutlich, wie viel Varianz
sich allein aus der Kombination dieser beiden ersten Meta-Programme ergibt: Er
kann den Klienten dahingehend instruieren, in allen Sinnessystemen sowohl
jeweils zwei assoziierte als auch zwei dissoziierte Repräsentationen zu
vergleichen und für den Test der T.O.T.E. zu nutzen – 5 mal 2 gleich 20 Möglichkeiten.
3.
Motivationsrichtung:
Ist die Zielrepräsentation eher aus einem „Hin zu“ etwas Angestrebtem
(Positivem) oder aus einem „Weg von“ etwas zu Vermeidendem (Negativem)
gemacht?
„Denk
noch mal an dein Ziel, an die Art, wie du es dir selbst repräsentierst, an die
Vorstellung, die du dir von ihm machst ... Besteht deine Zielrepräsentation
eher aus einem ‚zunehmenden Paradies’ oder aus einer ‚abnehmenden Hölle’?
Gibt es in deiner Zielvorstellung eher Hinweise auf ein ‚erfolgreiches
Vermeiden’ oder ein ‚'erfolgreiches Erreichen’ von etwas?“
„Stelle
sicher, dass du dein Ziel sowohl in Kategorien von Hin-Zu und von Weg-Von denken
kannst. Stelle sicher, dass du dein Ziel als ‚zunehmendes Paradies’ oder als
eine ‚abnehmende Hölle’ denken kannst; als ‚erfolgreiches Vermeiden’
genauso wie als ‚erfolgreiches Erreichen’.“
4.
Vergleichsmodus: Was
fällt dem Klienten beim Vergleich seiner Ist- und Sollzustandsrepräsentation
zuerst bzw. ausschließlich auf? Wird eher nach Ähnlichkeiten (matching) oder
nach Unterschieden (mismatching) sortiert/selegiert?
„Wenn
du Ist- und Soll-Zustand vergleichst, was fällt dir zuerst auf? Das, was im
Ist-Zustand schon so ist wie im Soll-Zustand (matching),
oder eher das, was im Ist-Zustand noch nicht so ist wie im Soll-Zustand (mismatching)?“
„Stelle
sicher, dass du beim Vergleich von Ist- und Soll-Zustand sowohl zuerst auf das
achten kannst, was jeweils schon so ist, wie es sein soll, als auch auf das, was
noch nicht so ist.“
5.
Zeitorientierung des Zieles:
Ist Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft eher der „Stoff, aus dem das Ziel
gemacht ist“? Enthält die Zielrepräsentation eher etwas schon Dagewesenes,
etwas derzeit Vorhandenes oder etwas noch nicht Dagewesenes?
„Enthält
deine Zielvorstellung eher etwas, was ‚wieder so sein oder werden soll, wie es
schon einmal war’ (Vergangenheitsorientierung),
oder besteht sie eher aus etwas, was ‚jetzt so ist und so bleiben soll’ (Gegenwartsorientierung),
oder enthält sie eher eine Vorstellung von ‚etwas Neuem, von etwas, das es so
noch nicht gab’ (Zukunftsorientierung)?“
„Stelle
sicher, dass du deine Zielvorstellung so gestalten kannst, dass sie etwas enthält,
was ‚wieder so sein oder werden soll, wie es schon einmal war’ – und
etwas, was ‚jetzt so ist und so bleiben soll’ und auch etwas ‚Neues,
etwas, das es so noch nicht gab’.“
6.
Referenzierung: Dienen
Informationen von innen (VAKOG-Phänomene = interne Referenz) oder von außen
(äußere Autoritäten = externe Referenz) eher als Kriterium für die
Richtigkeit der Zielsetzung, einer Entscheidung oder Aktion?
„Wenn
du dir noch einmal die Tatsache deutlich machst, dass du dieses Ziel hast: Wie
weißt du, dass es gut ist, dieses Ziel zu haben? Lässt dich eher irgendwas
in dir wissen, dass es gut ist – ein bestimmtes Gefühl im Bauch oder eine
innere Stimme oder eine Art innerer Vision –, oder lässt dich irgend
was von außen wissen, dass es ein gutes Ziel ist (z.B. Personen/Mentoren
der Gegenwart, Vergangenheit oder der Zukunft, Bücher und andere Medien)?“
„Stelle
sicher, dass du dein Ziel als gutes Ziel beurteilen kannst aufgrund irgendeines
Erlebens in dir, aber auch aufgrund von Informationen oder Personen, die du als
Referenz von außen nutzen kannst.“
7.
Abstraktionsgrad und Komplexität
des Zieles („Chunking“)
a)
„Chunk“-Größe: Ist die Zielrepräsentation groß oder klein „gechunkt“?
„Denk
noch mal an dein Ziel: Ist deine Zielvorstellung eher so etwas wie ein größerer
Überblick oder Entwurf, eine abstraktere, umfassendere Gestalt, ein Muster oder
ein Schema (großer
„Chunk“), oder geht es in deiner Zielvorstellung eher um die Details, um die
einzelnen Elemente eines Systems, einer Gestalt oder eines größeren Ganzen (kleiner
„Chunk“)? Siehst du, metaphorisch
gesprochen, eher Art oder Zweck der Reise oder siehst du eher Besonderheiten der
Etappen und Teilabschnitte? Denkst du z.B. das Ziel als Gesamt- oder Ganzheit?
Oder denkst du eher an Einzelschritte oder Etappen?“ (Können überhaupt
simultane und sequentielle Teilziele gedacht werden?)
„Stelle
sicher, dass du dein Ziel als größeren Überblick oder Entwurf, als
umfassendere Gestalt, Muster oder Schema denken kannst, aber auch so, dass es
eher aus Details und einzelnen Elemente eines größeren Ganzen besteht. Zoom
dicht ran an bestimmte Details, und dann zoome raus, um im vergrößerten
Bildausschnitt etwa mehr vom Ganzen zu sehen. Denke das Ziel als Gesamt- oder
Ganzheit, und dann denke an Einzelschritte oder Etappen, aus denen man es sich
zusammen gesetzt denken kann.“
b)
Einstiegs-„Chunkgröße“ und „Chunking“-Richtung: Induktives oder
deduktives Vorgehen?
„Gibt
es in Bezug auf deine Zielsetzung eine Tendenz, von Einzelphänomenen zu möglichen
Verallgemeinerungen zu kommen oder von allgemeinen Aussagen zu Einzelphänomenen?
Hast du lieber zuerst den größeren Rahmen zum Einordnen von Einzelphänomenen
oder lieber zuerst Einzelphänomene, aus denen der größere Rahmen
entstehen kann? Arbeitest du lieber vom Speziellen zum Allgemeinen (induktiv
= nach oben) oder lieber umgekehrt
(deduktiv = nach unten)? Kommst du lieber
vom größeren Bild zur Detailansicht oder von den Detailansichten zum größeren
Bild?“
„Stelle
sicher, dass du Deine Zielvorstellungen sowohl in der Weise denken kannst, dass
du Zielvorstellungen auseinander hervorgehen lassen kannst, die anfangs auf
einzelne Details fokussieren und dann zunehmend das größere Ganze repräsentieren,
als auch umgekehrt, aus Zielvorstellungen, die zunächst das größere Ganze
repräsentieren, zunehmend solche hervorgehenden zu lassen, die als Teilziele
auf Details fokussieren.“
8.
Inhaltsbezug des Zieles: Ist
das Ziel mehr in Termini von „Selbst“,
„Andere“ oder „Kontext“ ausgedrückt?
„Sind in deiner Zielvorstellung eher Hinweise enthalten, dass du selbst anders bist, dass andere Menschen um dich herum anders sind, oder dass dein Kontext, deine Umgebung, anders ist, wenn du dein Ziel erreicht hast?
Kurzform: „Stelle
sicher, dass du deine Zielvorstellung so variieren kannst, dass du es sowohl an
bestimmten Menschen um dich herum, an dir selbst als auch am Kontext, an deiner
Umgebung, erkennen kannst, dass du dein Ziel erreicht hast.“
Ausführlichere
Form: „Mach
dir deutlich, dass dann, wenn du dein Ziel erreicht hast, dein ganzes
In-der-Welt-Sein sich verändert hat. Du wirst dann in anderen Interaktionen mit
dir selbst, mit anderen Menschen und mit der Umgebung, dem Kontext, sein
Wenn also dein ganzes In-der-Welt-Sein sich verändert, dann kannst du diese Tatsache an Tausenden von Dingen wahrnehmen. Mache dir z.B. deutlich, an wie vielen anderen Menschen du es in wie vielen unterschiedlichen Weisen wahrnehmen können wirst, wenn es soweit ist und du dein Ziel erreicht hast ... Wähle von allen Wahrnehmungen, die du an anderen Menschen potentiell machen können wirst, eine aus, die du – aus bewusst benennbaren Gründen oder auch eher unbewusst-intuitiv – so frei bist, als Zielrepräsentation zu benutzen ... Du hast alle Freiheit, das zu machen, denn auch vorher, als du (beispielsweise: ‚auf etwas Bestimmtes an dir selbst fokussiert hattest’), war der ‚Lichtkegel deines Bewusstseins’ ja auch sehr willkürlich auf eine einzelne Wahrnehmung aus der großen Menge prinzipiell wahrnehmbarer Ereignissen deines dann neuen In-der-Welt-Seins fokussiert.“ (Symbolisierung, „Pars-pro-toto“-Prinzip)
Du
kannst die Veränderung deines In-der-Welt-Seins auch daran wahrnehmen, dass
sich deine Interaktionen mit der gegenständlichen Welt verändern und dadurch
ganz sicher auch in deiner Umgebung,
deinem Kontext, bei der Zielerreichung etwas neu oder anders sein wird oder
für dich wahrnehmbar sein wird ... Du kannst dich überraschen lassen, auf
welche Ideen du jetzt in Bezug darauf kommen wirst, welche Veränderungen in
deiner gegenständlichen Umwelt dir alle das Erreichen deines Zieles anzeigen können
... Und wieder hast du alle Freiheiten, geplant oder intuitiv, Veränderungen
deiner Umwelt in deine Zielrepräsentation hinein zu nehmen ... wobei
prinzipiell alles für die Symbolisierung deiner Zielerreichung in Frage kommt,
was du dafür auswählst … alles, wovon du irgendwie ‚weißt’, dass das für
dich (dann) auf irgendeine Weise diese Bedeutung hat oder bekommt, nämlich die,
dass du daran erkennen kannst, dass du dein Ziel erreicht hast ...
Und
es wird auch etwas an dir selbst geben, die anderes sein werden, wenn du dein
Ziel erreicht hast ... in deinem Erleben ... deiner Wahrnehmung ... in deinem Körper
... innen ... außen ... in deinem Verhalten. Auch hier kannst du von den
vielen, vielen Möglichkeiten, was an dir anders sein wird, wenn du dein Ziel
erreicht hast, eine auswählen, die du aus irgendeinem Grund, der dir vielleicht
gar nicht bewusst ist, im Moment die beste findest, die überzeugendste, die
witzigste, die eleganteste … oder einfach die, die du eben im Moment auswählst
… vor dem Hintergrund der Tatsache, dass du weißt, dass du dieses Ziel hast
...
Stelle
sicher, dass du in deiner Zielvorstellung wechseln kannst zwischen etwas, was du
an dir selbst, etwas, was du an anderen, und etwas, was du am Kontext wahrnehmen
kannst, um jeweils zu erkennen, dass du dein Ziel erreicht hast ... “
(Der Klient soll möglichst flüssig zwischen Selbst-, Andere- und
Kontext-Zielrepräsentationen hin und her wechseln können.)
9.
Ziel als Zustand oder Verhalten: Sind
die Zielrepräsentationen eher als ein von außen wahrnehmbares Verhalten oder
als ein innerer Zustand (Reaktion) formatiert?
„Sind
in deiner Zielvorstellung eher Bezüge, Hinweise oder Anspielungen auf ein
Verhalten, das du dann zeigen wirst, oder eher solche auf einen bestimmen
Zustand, in dem du sein wirst, wenn du dein Ziel erreichst bzw. dich in dein
Ziel hinein entwickelst?“ Oder:
„Wenn du an dich selbst im Ziel denkst,
denkst du dann eher an das Verhalten, das du dann zeigen wirst, oder eher daran,
wie du Dich fühlen wirst?“
„Stelle
sicher, dass deine Zielvorstellung ein Verhalten enthält, das du zeigen wirst,
wenn du dein Ziel erreichst, und dann stelle sicher, dass du auch in der Lage
bist, deine Zielrepräsentation aus einem bestimmen Zustand bestehen zu lassen,
in dem du sein wirst, wenn du dein Ziel erreicht hast.“
10.
Prozedur vs. Option:
Sind die gesetzten Ziele eher prozedur- oder optionsorientiert?
„Sind
in deiner Zielvorstellung eher Bezüge, Hinweise oder Anspielungen auf die
Erreichung einer Sicherheit in Bezug auf die Abfolge von Schritten, also die Klärung
und Vervollkommnung von Prozeduren enthalten, oder eher solche, die sich auf
eine Erhöhung von Optionen und von Freiheitsgraden beziehen? Sind deine
Operationen eher auf die Erschließung und/oder Verbesserung von Prozeduren
ausgerichtet oder eher auf die Erhöhung von Optionen?“
„Stelle
sicher, dass du dein Ziel in beiden Modi denken kannst.“
11.
Perceiver vs. Judger:
Phänomenologisch-wahrnehmend oder beurteilend-einordnend?
„Tendierst
du im Zusammenhang mit deinem Ziel eher zu Operationen, in denen du eher im phänomenologisch-wahrnehmenden
oder beurteilend-einordnendem Modus bist, bzw. zu Operationen, die einen solchen
Modus implizieren oder voraussetzen?“
„Stelle
sicher, dass dir beide Arten von Operationen zugänglich sind.“
12. Proaktiv und reaktiv: Sind die Operationen eher aktiv oder reaktiv?
„Sind
deine Operationen eher aktiv (die Welt gestaltend) oder reaktiv (sich der Welt
anpassend)? Sind sie eher agierend und ‚zur Sache’ kommend oder eher
reagierend und bedächtig-abwägend?“
„Stelle sicher,
dass Du beide Arten von Operationen denken und innerlich probehandeln kannst.“
13.
Convincer:
Anzahl von Beispielen, die notwendig sind für einen erfolgreichen Test.
„Wie
oft musst du bzw. andere etwas gemacht haben, um zu wissen, dass du es kannst?“
Oder: „Wie oft musst du dein Ziel erreicht haben, um zu wissen, dass du es
erreicht hast oder es erreichen kannst? Und wie wäre es, wenn es öfter/seltener
wäre?“
„Stelle
sicher, dass du in deiner Antizipation der Zielerreichung diese Anzahl variieren
kannst.“
14.
Sorting Styles („Archivierungsordnung“):
Sortieren nach Personen, Objekten, Orten, Zeit, Aktivität, Information
oder körperliches Befinden/Zustände.
„Erzähl’
mir von deinem letzten/schönsten Urlaub.“
In welcher Reihenfolge treten im entsprechenden Bericht die Sortings Styles auf?
„Stelle sicher,
dass du die wichtigen Ereignisse und Sachverhalte unter allen Überschriften
einordnen und wiederfinden kannst.“ (Vernetzung durch ‚Querverweise’ einüben.)
Die
Prozess-Instruktionen müssen, vor allem für Punkt 10 bis 14, eventuell
„kleiner gechunkt“ sein. Eine sinnvolle Erweiterung der
Prozess-Instruktionen besteht in der Technik des Inkorporierens: Während der
Klient eine gegebene Instruktion umsetzt, zeigt er vielfältige ideomotorische
Bewegungen und Haltungsveränderungen, die der Berater für ein indirektes
Feedback nutzen kann. Wenn sich der Klient beim innerlichen Verwirklichen einer
Instruktion wie etwa „Stelle sicher, dass du dein Ziel auch im Hin-Zu-Modus
denken kannst“ z.B. vorbeugt und mit seinen Fingern spielt, könnte der
Berater so etwas sagen wie: „Und während du vielleicht gerade registrierst,
zu welcher Haltungsveränderung das führen kann, was du jetzt innerlich tust,
bekommst du vielleicht den einen oder den anderen Fingerzeig deines Unbewussten,
welche Ressourcen du dann vielleicht sogar ganz neue Weise spielerisch für die
Erreichung deines Zieles einsetzen kannst ...“
Der
Meta-Programm-Prozessarbeit liegt die Annahme zugrunde, dass sich eine Erhöhung
der Vielfalt und der Unterschiedlichkeit der Zielrepräsentationen, die der
Klient in Bezug auf sein aktuelles Ziel nutzt, in eine entsprechende Erhöhung
der Vielfalt und der Unterschiedlichkeit der Operationen abbildet, die der
Klient zur Erreichung seines entsprechenden Zieles denken und umsetzen kann. Aus
dieser Annahme folgen zwei Grundprinzipien und Zielsetzungen der
Meta-Programm-Prozessarbeit:
In
der inneren Arbeit an Zielen sollten
·
alle
Meta-Programme in möglichst balancierter Weise eingesetzt werden können, d.h.
ihre jeweiligen Modi (Ausprägungen, Alternativen, Pole) dem Klienten alle in
gleicher Weise und Leichtigkeit zugänglich sein
·
die
Meta-Programme untereinander in möglichst vielen Kombinationen ihrer jeweils
balancierten und daher frei wählbaren Modi (Ausprägungen, Alternativen, Pole)
nutzbar sein
Die
sich aus diesen Prinzipen ergebenden Arbeitsanweisungen für den Berater sind
allesamt Beispiele dessen, was im NLP Stretching genannt wird („Wenn Du es
gewohnheitsmäßig auf eine Weise tust, lerne es noch auf zusätzliche Weisen zu
tun!“). Die Vorgehensweise sind im wesentlichen „drills“, d.h. Übungen,
in denen der Klient dem Berater auf dessen entsprechende Signale hin
demonstriert, dass er die jeweils geforderten Wechsel in den Erlebens-Modi
bewerkstelligen kann.
Der
erste Arbeitsschritt besteht aus dem Balancieren der einzelnen Meta-Programme
mit Hilfe der oben beschriebenen Instruktionen. Wenn der Klient innerlich die
entsprechenden Prozess-Instruktionen umsetzt und beginnt, die vorher vernachlässigte
Seite (Ausprägung, Alternative oder Modus) des betreffenden Meta-Programms zu
praktizieren, zeigt er deutliche physiologische Veränderungen. Diese verweisen
auf neue Denkmöglichkeiten in Bezug auf zusätzlich einsetzbare Operationen: Es
gibt weitere Zugangsmöglichkeiten zu Ressourcen für die Erreichung des Zieles.
-
das
Meta-Programm wieder in der alten Form nutzen - aber jetzt neu
Alle
in diesen Arbeitsschritten vom Berater wahrgenommenen neuen Ressource-Zugänge lässt
der Berater den Klienten explizit mit Fähigkeiten verbinden: „Was kannst du
besonders gut tun, wenn du es jetzt s
o (in dieser Kombination von
Meta-Programm-Modi, bzw. in diesem Hin-und-Her-Wechsel innerhalb eines
Meta-Programmes oder in dem zuvor nicht genutzten Modus des Meta-Programmes)
machst?“ Beim Finden und Benennen der Fähigkeiten und Ressourcen sollt der
Klient jeweils wieder die physiologischen Veränderungen zeigen, die er gerade
zuvor (beim Balancieren, Oszillieren oder Kombinieren) spontan gezeigt hat.
Die
Meta-Programm-Prozessarbeit ist eine rein syntaktische Arbeitsform, denn der
Berater braucht vom der inhaltlichen Details der Zielsetzung seines Klienten
nichts zu wissen – und kann ihm trotzdem höchst effektive Instruktionen
geben. Der Berater kann sich durch alle Meta-Programme hindurch arbeiten. In der
Praxis stehen dem Klienten jedoch zumeist nach zwei, drei Balancierungen,
Oszillationen und/oder Neu-Kombinationen so deutlich neue Ressourcen zur Verfügung,
dass der Berater ihn lieber ins Leben hinaus schickt, um die Neuerungen
auszuprobieren, als ihn alle theoretischen Möglichkeiten durchdeklinieren zu
lassen.
www.ThiesStahl.de update 14.06.06