SySt und NLP

Zur Integration von SySt und NLP

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In Bezug auf das Arbeiten mit NLP und SySt geht es mir heute ähnlich wie vor zwanzig Jahren als Gestalttherapeut und NLPler. Es dauerte damals fünf Jahre bis ich - mit beiden Vorgehensweisen hoch identifiziert: dem mehr in der Ericksonscher Tradition stehenden NLP und der mehr in der Freudschen Tradition stehenden Gestalttherapie (vergl. meinen Widerstands-Aufsatz von 1981) - schließlich eine Therapiestunde mit jemanden machte, nach der mir meine beiden wichtigsten Lehrer innerlich mit größtem Wohlwollen zunickten: Hilarion Petzold (Gestalttherapie, Integrative Bewegungstherapie) 'sagte' zu mir "Saubere Arbeit!" und John Grinder, mein wichtigster NLP und Hypnose-Lehrer, sein schönstes "well done!"...

Bis es also in Bezug auf  NLP und SySt soweit ist, halte ich beide Ansätze separat und lerne erst einmal die vielen SySt-Varianten mit ihren vielen grammatischen und technischen Besonderheiten (siehe auch das Buch von Insa und Matthias: "Ganz im Gegenteil"). Und irgendwann gibt es mal eine große "Parts Party" in mir, und einen Zeitpunkt, an dem mir John Grinder, Richard Bandler, Robert Dilts, sowie Hilarion Petzoldt und auch mein alter Gesprächstherapielehrer Manfred Zielcke innerlich zuprosten, zusammen mit Matthias und Insa. Bestimmt schaut Virginia Satir dann auch noch mal kurz 'rein und unterhält sich vielleicht angeregt mit Bert Hellinger über das hierarchische und das organische Denken...

Mein Integrationsbemühungen in Bezug auf das NLP und die SySt lassen sich vielleicht am besten mit meiner diesbezüglichen Lieblingsmetapher verdeutlichen: NLP ist wie Autofahren, das kann ich nun schon ziemlich gut - mit allen Typen von BeifahrerInnen und Themen, um die es geht, mit allen Fahrzeugen in allen Zuständen, unter allen Witterungs- und Straßenverhältnissen. Da kann man mich mitten in der Nacht wecken und sagen, "So ist die Lage und nun mach!" Aber mitten in einer komplexen Aufstellung zu stehen (in der natürlich alle, die stehen, "genau wissen", was der nächste wichtige und "einzig richtige" Weg zur Lösung ist), ist eher wie Hubschrauberfliegen - d.h. nicht alles, was man beim Autofahren schon gut gelernt hat, nützt einem besonders viel. Neben dem unterschiedlichen Bremsverhalten z.B. gibt es aufgrund der neu zu berücksichtigenden weiteren Dimension gravierende Unterschiede. Die können sich z.B. negativ darin bemerkbar machen kann, dass man leichter abstürzen kann. Und positiv vielleicht, dass man Situationen nicht so leicht gegen die Wand fahren kann ... :-) 

Über die Arbeit von Mathias Varga von Kibéd und Insa Sparrer, die Entwickler der systemischen Strukturaufstellungsarbeit,  kann man sich hier informieren: http://www.syst-strukturaufstellungen.de.  Ich besuche ihre SySt-Seminare gerne. Ihre Art der Aufstellungs-Arbeit finde ich ausgesprochen anregend und ist in ihrer extremen Prozessorientiertheit sehr gut verbindbar mit allem, was mir im NLP wichtig ist. Sie ist intensiv und humorvoll und sehr fundiert (die theoretischen Ausflüge von Matthias sind ein Genuss und in ihrer guten Mischung mit praktischem Tun sehr gut verdaubar).  

Sehr interessant sind auch die von Insa Sparrer weiterentwickelten Vorgehensweisen (z.B. das "Lösungsgeometrische Interview" in der Aufstellungsarbeit), die aus einer Verbindung der Aufstellungsarbeit mit dem lösungsfokussiertem Ansatz von Steve de Shazer resultieren: Sparrer, I.: "Wunder, Lösungen und System", Carl-Auer Verlag. Insa's Bitte, ihr ein Vorwort  für dieses Buch zu schreiben, bin ich sehr gerne nachgekommen.

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Eintrag vom Januar 2002