Bilder aus "Schreinemakers-live" (23.06.1994, SAT I)

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Aufregend fand ich natürlich damals (am 23.06.1994, SAT I,  als sie noch 7 Millionen Zuschauer hatte) meine Einladung zu Schreinemaker:

    

Schreinemakers-live wollte es wissen. Ein NLP-Vertreter sollte zeigen, ob die in NLP-Büchern und -Werbungsprospekten immer wieder anzutreffende Behauptung, das es möglich sei, eine Phobie in einer Sitzung zu kurieren, zutrifft oder nicht. Nach einigem Überlegen und etlichen innerlich durchgespielten Katastrophenszenarios habe ich eingewilligt.

Sechs Tage vor der Sendung brachten sie mir Frau Junk (64), die seit ihrer Kindheit phobisch war (sie hatte unüberwindbare Ängste vor Fahrstühlen und Tunnels). Ich habe mit ihr, vor laufender Kamera, eine anderthalbstündige Sitzung gemacht. 

Manchmal sind NLP-"Phobie-Kuren" auch kürzer. In der Sitzung mit Frau Junk habe ich die Trance-Episoden der NLP-Phobie-Technik etwas ausgedehnt und genutzt, um noch zwei, drei Dinge aus ihrem Familienhintergrund zu adressieren, deren Berücksichtigung für die Auflösung der Phobie notwendig waren.

 

Unmittelbar nach dieser Sitzung bestellte die begleitende Redakteurin ein Großraum Taxi, 

   

um mit Frau Junk vor laufender Kamera sowohl mit dem Fahrstuhl als auch durch den Elbtunnel zu fahren.

Sechs Tage danach, kurz vor der Sendung: Ich komme gerade, nach einem verspätetem Flug und reiseverschwitzt, in dem Kölner Hotel an, in dem alle Gäste der Schreinemaker-Sendung untergebracht wurden, und denke noch, "Hoffentlich ist das jetzt nicht einer der Fälle, in denen das Symptom nach ein paar Tagen zunächst mal zurückkommt (weil einfach noch etwas zusätzliches integriert werden muss, das sich aber eben manchmal erst nach einer gewissen Zeit der Symptomfreiheit und angefangenen Veränderungen zeigt)!"

So sinnierend und durchaus etwas beunruhigt, denn ich hatte ja seit der Sitzung keinen Kontakt zu Frau Junk, stehe ich wartend vor dem Fahrstuhl. Gut, dann müsste ich eben live zeigen, wie man damit umgeht und vor 7 Millionen Zuschauern dazu stehen, dass ich dann eventuell eine Dimension des Symptoms noch nicht adressiert oder gar übersehen hätte... Bei diesen "loslassenden" Gedanken entspanne ich mich... und - die Fahrstuhltür geht auf und Frau Junk tritt heraus, im angeregten Gespräch mit ihrem Mann und in eine Wolke bester Stimmung und wohlriechenden Parfüms gehüllt: "Wir sehen uns ja dann gleich in der Sendung!" Puuhhh!

In der Sendung wurde es dann ganz deutlich: Sie war stabil symptomfrei und hatte etliche Tunnel und Fahrstühle ausprobiert. Wir albern mit Margarete Schreinemaker darüber, dass sie nun bald zu mir in Behandlung müsse, um sich von dem nun zu befürchtendem "Tunnelzwang" kurieren zu lassen.

 

Das in dieser Sendung war wohl die kürzeste Erklärung der NLP-Phobie-Technik, die ich je gegeben haben. Die Meinungen darüber, ob sie verständlich war oder nicht, gehen weit auseinander. Aber wenn sie bei sieben Millionen Zuschauern auch nur ein Prozent verstanden hat, dann ist mit 70.000 auf einen Streich die Zahl derer, die versteht, was ich erkläre, doch noch beachtlich...  :-)

Viel besser als ich es je gekonnte hätte, hat Frau Junk die Wirkungsweise der Technik deutlich gemacht. Als sie von ihrem jüngeren Selbst (von der 11jährigen im Luftschutzkeller) sprach und wie sie mit ihr in der Sitzung umgegangen ist, strahlten ihre Augen, voller ressourcevoller Liebe und Zugewandtheit - für dieses Kind, das sie einmal selbst war. Hier ist schön zu sehen, durch welchen Zustand in ihrem Leben der Zustand der ehemaligen phobischen Reaktion nun ersetzt wird.

Anfang Juni 2001 habe ich sie wieder getroffen. Fahrstühle hat sie in den letzten Jahren immer wieder und auch routinemäßig benutzt. Tunnel fährt sie nach wie vor nicht gerne. Fliegen (was in der Sendung kurz Thema war und was sie damals aber noch aufgeschoben hatte) will sie jetzt bald, an ihrem 70sten Geburtstag. (Habe heute, am 04.11.01, eine Karte von ihr aus Mallorca bekommen: Ihr erster Flug sei ohne Angst gewesen und sie sei glücklich dort gelandet. Herzlichen Glückwunsch, Frau Junk!)

Diese Sendung stand unter einem guten Stern. Das Ganze hätte ja auch insofern schief gehen können, als dass wir nicht mit einer Sitzung ausgekommen wären. Dann hätte ich 7 Millionen Menschen live erklären müssen, dass und warum es manchmal auch vorkommt, dass man mehrere Sitzungen braucht. 

Schön war, dass sich dieser gute Stern ab und an materialisierte und sichtbar wurde - eine Lichtreflexion an meiner Brille.

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