Für diesen Artikel im Manager-Magazin 1989 hatte ich damals einen "Foto-Termin" bei einem Profi-Fotografen in dessen Studio. Zwei Kursteilnehmer hatten mir den Gefallen getan, mitzukommen, denn es sollten Aufnahmen werden, die mit dem zu tun haben, was ich am NLP neben der Arbeit mit Trance am reizvollsten finde: der Arbeit mit Paaren, Teams und Systemen.
Interessant war dann die Erfahrung, von dem Foto-Profi in den Zustand "hineinhypnotisiert" zu werden, in dem man mich auf diesen Bildern sieht: Die beiden saßen hinter mit und ich sollte so tun, als wenn ich mich mit meiner Aufmerksamkeit und meinen Gesten auf sie beziehe - was natürlich auch Sinn macht, denn der Betrachter soll das ja schließlich auch tun. Da ich keinen Spiegel hatte, in dem ich es hätte sehen können, musste ich die beiden "halluzinieren".
Dabei ist mir ein Teil meiner Strategie bewusst geworden ist, mit der ich diese Art von Arbeit sehr gut tun kann. Dazu gehört es, den visuellen Input so zu verfremden, dass, beinahe wie im Wechsel von Zeitlupe und Zeitraffer bei gleichzeitiger partieller holographischer Transparenz, die Bezogenheiten der Gesten und Physiologien aufeinander sehr deutlicher hervortreten. Um eine gute Distance zu den Stress-Zuständen des Paares, mit denen man sich als Moderator einer Verhandlung oder Schlichter eines Konfliktes besser nicht mehr als nötig identifiziert, aufrecht zu erhalten, kann man so etwas zu sich selbst sagen wie "Oh, was für ein interessantes Exemplar einer kalibrierten Schleife!" (Letzteres ist der terminus technicus für die Bezogenheiten von Gesten und Tonalitäten und den Problemphysiologien, in die sich die Partner immer wieder unabsichtlich hineinankern - das wichtigste Konzept im NLP-Konflikt-Management.) Mit einer leichten Verzückung, wie vielleicht ein Biologe, der gerade einen Schmetterling gefangen hat, der ihm seit Jahren schon in seiner Sammlung fehlte...