Prozessorientierte Systemische Aufstellungsarbeit und Systemische Strukturaufstellungen

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Unter dem Obergriff "Systemische Strukturaufstellungen" (SySt) versteht man eine Reihe hoch interessanter systemischer Vorgehensweisen, die von Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd (http://www.syst-strukturaufstellungen.de) entwickelt wurden.

Es handelt sich dabei um eine Weiterentwicklung der Aufstellungsarbeit von Bert Hellinger, die aber auch stark durch die familientherapeutische Arbeit von Virginia Satir, die hypnosetherapeutische Arbeit von Milton H. Erickson und durch den lösungsfokussierten Ansatz von Steve de Shazer geprägt ist. 

Die Systemischen Strukturaufstellungsarbeit ist ausgesprochen prozessorientiert. So kann man den Klienten durch lösende und heilende Prozesse führen, ohne dass Aufstellungsleiter, Aufgestellte oder Zuschauer im einzelnen zu wissen brauchen, um welche Systeme, Beziehungen und Beziehungsinhalte es sich dabei im Einzelnen handelt. Diese Möglichkeit, inhaltsfrei systemisch zu arbeiten, ist für viele Kontexte sehr relevant, weil sich viele Familien- und vor allem auch Team- oder Organisationsfragestellungen verdeckt und trotzdem sehr klärend bearbeiten lassen.

Eine weitere Besonderheit der Systemischen Strukturaufstellungen besteht darin, dass nicht nur Personen-Systeme aufgestellt werden können, sondern auch alle möglichen anderen, nicht-personellen Systeme. So ist wird z.B. in der "Problemaufstellung" ein System mit Hilfe von Repräsentanten dargestellt, das aus den Elementen Ziel, Hindernissen, Ressourcen, Gewinn und dem Fokus besteht oder in der "Körperstrukturaufstellung" eines mit den Elementen Fokus, einzelne Körperteilen und/oder -symptome und einzelne Familienmitglieder. 

Auch die Tetralemma-Aufstellung ist eine Aufstellung mit abstrakten Elementen ("das Eine", "das Andere", "Beides", "Keins von Beiden" und "All dies nicht und selbst das nicht"), ebenso die Sprachliche Oberflächenstruktur-Auftellung, in der sich die aufgestellten Systemelemente aus den Satzteilen und Wörtern einer für das Anliegen des Klienten wichtigen Aussage abgeleitet werden.

Die rigorose Prozessorientierung der SySt wird neben der Möglichkeit mit "abstrakten" Systemen arbeiten zu können, auch durch das Konzeptes des "Strukturebenenwechsels" möglich. Damit ist ein Wechsel des jeweils dargestellten Systems gemeint. Wenn sich etwa in einer Problemaufstellung in die Auseinandersetzung mit einem bestimmten Hindernis die Auseinandersetzung mit einem elterlichem Aspekt hineinmischt, so kann diese Parallelität der Bedeutungsebenen, diese Synchronizität und Isomorphie der systemischem "Metaphern" auf zwei grundsätzlich verschiedene Arten adressieren: Man vollzieht einen expliziten Wechsel und definiert das System um. In diesem Fall würden man dann erklärterweise mit einer partiellen Familienaufstellung weiterarbeiten. Oder man berücksichtigt und utilisiert die Gegebenheit mehrer Ebenen, indem man verdeckt auf mehreren Ebenen und systematisch ambig arbeitet, d.h. alle Interventionen von inhaltsspezifischen Details bereinigt und maximal prozessorientiert gestaltet.

Die Option des inhaltsfreien und systematisch ambigen Vorgehens heben die Aufstellungsarbeit auf eine ganz neue Stufe - ein Innovationsschub, der vergleichbar ist der Entwicklung von der traditionellen zu der Erickson'schen Hypnose. Aufgrund dieser Prozessorientiertheit und ihrer erweiterten Grammatik hat die Systemische Strukturaufstellungsarbeit eine norme Anwendungsbreite. Um diese Tatsache auszudrücken, lässt sich eine als eher abwertend gemeinte Anmerkung eines Kritikers der Arbeit von Matthias und Insa auf die positivste Weise verstehen: Mit Hilfe der Systemischen Strukturaufstellungsarbeit lässt sich "alles aufstellen würden, was nicht niet- und nagelfest ist". Das bedeutet, alle Systeme, die in, zwischen und um Menschen herum denkbar und erkennbar sind, lassen sich darstellen und, zum Wohle der Beteiligten, veränderungswirksam bearbeiten.

Die Systemische Strukturaufstellungsarbeit ist für mich selbst ein guter Weg, die Arbeit Virginias, so wie ich sie 1979 intensiv erlebt habe, mit der Arbeit von Bert Hellinger, die auf so ganz andere Art beeindruckend ist, miteinander zu vermitteln: Die üppige, eher mütterlich-gewährende mit der kargen, eher väterlich-strengen Form. Und mit dem, was in den zwei Jahrzehnten meiner NLP-Praxis immer im Zentrum stand, dem Erickson'schen Prinzip des Utilisierens, des widerstand vermeidenden Nutzbarmachens all dessen, was ist und sich auf den verschieden Ebenen zeigt. 

In diesem Seminar werden wir mit einigen der interessantesten SySt-Formen arbeiten und anfangen, Konzepte des NLP mit der Aufstellungsarbeit in Verbindung zu setzen.


Körperstrukturaufstellungen

Verkörperlichte Symbolisierung von Beziehungsstrukturen             Termine 

Körperstrukturaufstellungen sind eine Unterform der Systemischen Strukturaufstellungen, einer sehr prozessorientierten Form der Aufstellungsarbeit. Sie eignen sich besonders für psychosomatische Fragestellungen: Mit ihrer Hilfe lassen sich Verstrickungen re-somatisierend darstellen und lösen – mit einer guten Chance, den Körper von seiner ‚Symbolisierungspflicht’ zu befreien und entlasten.


„Schule des Wünschens“ und Systemische Strukturaufstellungen

NLP und Aufstellungen in der Arbeit mit Paaren                    Termine

In diesem Seminar geht es um systemische Kontexte noch nicht erfüllter Wünsche in Paarbeziehungen. NLP-Interventionsmuster für die Paar-Arbeit werden kombiniert mit Systemischer Strukturaufstellungsarbeit – eine Form der Aufstellungsarbeit, die, wie das NLP auch, ausgesprochen prozess- und erlebensorientiert ist. Dieses Seminar wendet sich an private und berufliche Paare aller Art.

www.ThiesStahl.de     update am 13.01.06